BP will seine Teilnahme am Ölgeschäft Aserbaidschans erweitern

BP will seine Teilnahme am Ölgeschäft Aserbaidschans erweitern

Das Britische Ölunternehmen BP bekundete Interesse an dem Kauf von Exxon- und Chevron-Anteilen am „Azeri-Chirag-Gunashli Projekt“ (ACG) in Aserbaidschan. „Uns gefällt unsere Teilnahme an ACG. Ich denke, wenn es eine Möglichkeit geben sollte, unseren Anteil zu erhöhen, wird es für uns eine natürliche Wahl sein. Aber alles hängt vom Preis ab“, sagte BP-Chef Robert Dudley.

Es wurde bereits Anfang diesen Jahres berichtet, dass die amerikanischen Öl- und Gaskonzerne Exxon Mobil und Chevron ihre Anteile an den Feldern „Azeri-Chirag-Guneshli“ im Kaspischen Meer verkaufen und das Ölprojekt in Aserbaidschan verlassen werden.

Ferner wird darauf hingewiesen, dass Exxon Mobil voraussichtlich mit rund 2 Milliarden US-Dollar aus dem Verkauf von seinem ACG-Anteil von 6,8% rechne. Chevron kündigte ebenfalls Pläne an, seinen Anteil von 9,6% am ACG-Projekt und seinen Anteil von 8,9% an der Baku-Tbilisi-Ceyhan-Pipeline zu verkaufen.

Das etwa 100 km östlich von Baku gelegene Ölfeld „Azeri-Chirag-Gunashli“ (ACG) ist das größte Ölfeld im aserbaidschanischen Sektor des Kaspischen Beckens. Am 20. September 1994 unterzeichneten SOCAR und das Konsortium ausländischer Ölgesellschaften ein Abkommen (Production Sharing Agreement/PSA) über die gemeinsame Entwicklung des Ölfelds ACG.

Im Herbst 2017 haben Aserbaidschan und das Konsortium die im Jahr 1994 abgeschlossene Vereinbarung zur Entwicklung der Ölfelder bis zum Jahr 2050 verlängert. Die Vertragspartner rechnen für die nächsten 32 Jahre mit einer Ölförderung von etwa 500 Millionen Tonnen und mit Investitionen in Höhe von mehr als 40 Milliarden US-Dollar. Bis Ende 2017 wurden 43 Milliarden US-Dollar investiert. In den ersten drei Quartalen 2018 wurden weitere 1,2 Milliarden US-Dollar in die Erschließung der ACG-Lagerstätten investiert. Die Ölförderung betrug im Zeitraum zwischen 1994 und 2017 rund 440 Millionen Tonnen. Für 2019 rechnet das Konsortium AIOC mit einer Ölförderung von 30,9 Millionen Tonnen und einer Gasförderung von 29,7 Milliarden Kubikmeter.

Die Vertragsparteien des wirtschaftlich wichtigsten aserbaidschanischen PSA sind die staatliche Ölgesellschaft SOCAR (Aserbaidschan, staatlicher Anteil am Konsortium: 25,0 %) und die ausländischen Unternehmen BP (Großbritannien: 30,37 %), Chevron und Exxon Mobil (beide USA: 9,57 und 6,79 %), Inpex und Itochu (beide Japan: 9,31 und 3,65 %), Equinor (Norwegen: 7,27 %), TP (Türkei: 5,73 %) und ONGC Videsh (Indien: 2,31 %). Konsortialführer und Leiter des Projekts ist das Mineralölunternehmen BP. Die nachgewiesenen Öl- und Gasreserven des ACG-Blocks betragen etwa 1,2 Milliarden Tonnen Rohöl und 350 Milliarden Kubikmeter Erdgas.

Den statistischen Angaben von SOCAR zufolge beliefen sich die Einnahmen des aserbaidschanischen Ölkonzerns aus dem ACG-Bereich von 2001 bis Anfang 2018 auf 129,137 Milliarden US-Dollar.

 

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