Baku unglücklich über neuen Kommandeur der russischen Friedenstruppen

Baku unglücklich über neuen Kommandeur der russischen Friedenstruppen

Der unangekündigte Besuch des scheidenden Befehlshabers der russischen Friedenstruppen in Bergkarabach Rustam Muradov in Baku unter Begleitung seines Nachfolgers Michail Kosobokov zu einem Treffen mit dem aserbaidschanischen Verteidigungsminister Zakir Hasanov löste gemischte Medienreaktionen aus.

Im Bericht der unabhängigen Nachrichtenagentur Turan ‘Kommandant der Friedenstruppen in Baku kalt empfangen’ heißt es: „Vergleicht man die Berichte über die Treffen von Muradov und Kosobokov in Eriwan und Baku, so wird der trockene Ton der aserbaidschanischen Seite deutlich. Außerdem hielt es das aserbaidschanische Verteidigungsministerium nicht für nötig, ein Foto des Treffens von [dem aserbaidschanischen Verteidigungsminister] Hasanov mit den russischen Generälen zu veröffentlichen. All dies kann als offizielle Unzufriedenheit Bakus mit dem Vorgehen der Friedenstruppen gewertet werden“.

Auf der regierungsnahen Website Minval heißt es: „Aserbaidschan hat bisher nicht über den Besuch Kosobokovs in Baku und seine Treffen mit der militärischen Führung des Landes berichtet. Dafür gibt es wahrscheinlich Gründe: Kosobokov war einst Kommandant eines russischen Militärstützpunkts in Abchasien. Außerdem ist es verwirrend, dass Kosobokov, der das russische Kontingent auf aserbaidschanischem Gebiet kommandieren wird, seinen Besuch von Eriwan aus antritt.“

Es sei auch wichtig, dass „in Russland mehr und mehr Menschen begannen, über die Verlängerung des Aufenthalts der russischen Friedenstruppen auf aserbaidschanischem Territorium als vollendete Tatsache zu sprechen. Sie verstehen sehr gut, wie heikel das Thema für die aserbaidschanische Öffentlichkeit ist, aber sie fahren fort, diese These über die Lippen ihrer Herolde zu verbreiten“. 

„Moskau, das sein eigenes Spiel spielt, möchte so lange wie möglich in der Region bleiben. Und es geht keineswegs darum, hier zu bleiben, um die Parteien zu versöhnen. Nein, wo Russland ist, gibt es keinen Frieden“, heißt es in dem Bericht, und es wird darauf hingewiesen, dass der weitere Verbleib des russischen Friedenskontingents in der Region nach 2025 nicht im Interesse Bakus liegt, das an der Wiedereingliederung der armenischen Bevölkerung in der Region Bergkarabach in das politische und öffentliche Umfeld Aserbaidschans interessiert ist.

„Wie die Erfahrungen der letzten Monate mit der ‘positiven Arbeit’ der russischen Friedenstruppen zeigen, könnte der Kreml leider versuchen, sich in diese Pläne Bakus einzumischen“, heißt es in dem Bericht.

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