Aserbaidschan will Gaslieferungen in die Türkei nach dem Stopp des Irans erhöhen

Aserbaidschan will Gaslieferungen in die Türkei nach dem Stopp des Irans erhöhen

Aserbaidschan wird der Türkei im Februar mehr Erdgas liefern, um die steigende Nachfrage bei hartem Winterwetter zu decken, nachdem der benachbarte Iran seine Lieferungen Ende Januar eingestellt hat.

SOCAR Enerji Ticaret, eine Tochtergesellschaft des aserbaidschanischen Ölkonzerns SOCAR, wird die Türkei im Februar mit 4 Millionen Kubikmetern Erdgas pro Tag versorgen.

Zuvor hatte die türkische Regulierungsbehörde für den Energiemarkt (EPDK) eine Ausschreibung für eine Pipeline-Kapazitätsreserve veröffentlicht, die das Unternehmen gewann. Das Gas wird über den Türközü-Eingangspunkt in der östlichen Region Ardahan geliefert werden.

Der Iran hat letzte Woche erklärt, dass er die Gaslieferungen an die Türkei wegen eines technischen Problems für zehn Tage unterbrechen wird. Zuvor hatte Präsident Recep Tayyip Erdoğan erklärt, dass die volle Gasversorgung aus dem Iran in 10 bis 15 Tagen wiederhergestellt sein werde.

Aufgrund der unerwarteten Unterbrechung der Gaslieferungen durch die östliche Provinz Ağrı sah sich die Türkei gezwungen, den Gasverbrauch einzuschränken und die Stromversorgung von Industriestandorten zu drosseln, was dazu führte, dass mehrere Industrien ihre Produktion einstellten.

Nach Angaben des staatlichen Pipelineunternehmens BOTA erreichte der Erdgasverbrauch des Landes am 19. Januar einen Rekordwert von rund 288 Millionen Kubikmetern, da der Verbrauch in den Haushalten aufgrund des ungewöhnlich kalten Wetters stark anstieg.

Der tägliche Gasfluss in die Türkei beläuft sich auf etwa 270 Mio. Kubikmeter, wovon 44 Mio. Kubikmeter durch die Turk Stream-Gaspipeline, 47 Mio. Kubikmeter durch die Blue Stream-Pipeline und 17,3 Mio. Kubikmeter durch die Trans Anatolia Natural Gas Pipeline (TANAP) fließen.

Aserbaidschans Spotmarktvertrag umfasst 7 Millionen Kubikmeter, während die unterirdischen Gasspeicher des Landes rund 45 Millionen Kubikmeter liefern. Die verbleibende Kapazität wird durch türkisches Flüssigerdgas (LNG) und schwimmende LNG-Anlagen sichergestellt.

Die Türkei ist fast vollständig von russischen, aserbaidschanischen und iranischen Gasimporten abhängig. Allein der Iran deckte in den ersten zehn Monaten des Jahres 2021 16 % des türkischen Erdgasbedarfs, so die jüngsten Zahlen der Regierung. Die Gaslieferungen aus dem Nachbarland beliefen sich auf 28 Mio. Kubikmeter pro Tag.

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