Armenien: „Aserbaidschanischer Geheimdienst nutzt soziale Medien zur Rekrutierung armenischer Soldaten“.

Armenien: „Aserbaidschanischer Geheimdienst nutzt soziale Medien zur Rekrutierung armenischer Soldaten“.

Der armenische Nationale Sicherheitsdienst (NSS) erklärte, ein im Land operierendes Spionagenetzwerk sei aufgedeckt und ausgeschaltet worden. Hunderte von armenischen Militärs sollen daran beteiligt gewesen sein. 19 Personen wurden bereits verhaftet, einige von ihnen haben ein Geständnis abgelegt.

Das Netzwerk wurde nach Angaben des NSS von ausländischen Geheimdiensten aufgebaut. Einer der Militärs betonte in seiner Erklärung, die vom Pressedienst der Behörde veröffentlicht wurde, dass er durch Facebook „mit Mitarbeitern des aserbaidschanischen Geheimdienstes“ kommuniziert habe.

Die angeblichen Spione gaben sich in den sozialen Medien als armenische Frauen aus und rekrutierten ihre Zielpersonen, indem sie ihnen vorgaukelten, dass sie „intime Beziehungen“ mit ihnen haben wollen würden.

Über 20 Militäroffiziere verschiedener Dienstgrade wurden von ausländischen Geheimdiensten ins Visier genommen. Den armenischen Militärangehörigen wurde angeblich Geld als Gegenleistung für geheime Informationen über die Einsatzorte verschiedener Militärstützpunkte, Einheiten, Kommandostäbe, Verteidigungslinien, technische Gebäude und Ausrüstungen während ihrer Begegnungen versprochen. Die Zielpersonen der Spionagedienste verfügten alle über die erforderliche Sicherheitsfreigabe, um das Material zu erhalten.

Der Aufbau des Spionagenetzes wird in dem Bericht beschrieben. Es wurden gefälschte Profile von angeblich armenischen Frauen mit intimen Bildern in sozialen Medien erstellt, um die Gefahr der Enttarnung zu begrenzen, heißt es. Da alle ausländischen Geheimdienstmitarbeiter fließend Armenisch sprachen, wurden diese „Netzwerkbekanntschaften“ zu „engen Verbindungen“. Die Mitarbeiter erhielten dann eine finanzielle Entschädigung im Austausch für Informationen über die armenischen Streitkräfte.

Sie wurden insbesondere zu den Truppenstandorten, der Menge und Art der militärischen und technischen Ausrüstung, den Mitgliedern der Militäreinheiten und dem Führungspersonal sowie dem Einsatz von Verteidigungsanlagen befragt.

Laut einer Erklärung des armenischen Nationalen Sicherheitsdienstes liegen alle Beweise für eine Zusammenarbeit mit ausländischen Nachrichtendiensten vor, in der „als Gegenleistung für die Bezahlung eines Netzes von Agenten, feindselige Aktivitäten gegen die Souveränität, die territoriale Integrität und die äußere Sicherheit Armeniens gerichtet waren“. Es wurden auch Schecks entdeckt, die auf den Erhalt von Geldsummen in ausländischer Währung hinweisen.

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