Terroranschlag in Kizlyar
Vestnik Kavkaza

Terroranschlag in Kizlyar

Am 18. Februar wurde in einer orthodoxen Kirche in der Stadt Kizlyar (Dagestan) ein Terroranschlag verübt. Zu diesem Zeitpunkt haben die orthodoxen Christen der Stadt Fastnacht gefeiert. Ein Mann hat mit einem Jagdgewehr fünf Frauen erschossen, vier weitere Opfer wurden dabei verletzt. Die Terrororganisation “Islamischer Staat” (IS) hat die Verantwortung für die Tat übernommen. Der mutmaßliche Attentäter, der 22-jährige Khalil Khalilov, wurde von den Polizeikräften am Tatort erschossen. Die russischen Sicherheitsbehörden fanden bei der Auswertung der auf seinem Handy gespeicherten Daten ein Video mit einem Hinweis auf die Anschlagsplanung. In dem Video leistet der 22-Jährige einen Treueid gegenüber dem IS und bezeichnet den bevorstehenden Terroranschlag als “Racheaktion für den Krieg in Syrien”. Laut einer der Versionen der Ermittler hatte der Terrorist ursprünglich den Mord am Pfarrer der Kirche geplant. Als er daran scheiterte, in die Kirche einzudringen, schoss er auf die Leute draußen.  

Die russischen Politiker auf lokaler und föderaler Ebene sprechen übereinstimmend von einer geplanten Provokation, die auf die Störung des friedlichen Zusammenlebens unterschiedlicher Konfessionen im Kaukasus abziele. Wladimir Wasiljew, das Interim-Haupt von Dagestan, erklärte, dass die Terroristen die multiethnische und multikonfessionelle Gesellschaft der Republik auseinanderreißen wollten. Das Haupt von Tschetschenien Ramsan Kadyrow sowie das Haupt von Inguschetien, Junus-bek Jewkurow, betonten in ihren Statements, dass der Angreifer nichts mit dem Islam zu tun habe. “Solche Leute haben keine Religion”, schrieb Jewkurov auf Instagram. Nach dem Terroranschlag wurden alle orthodoxen Kirchen in Dagestan unter Polizeischutz gestellt.

Die dagestanische Stadt Kizlyar ist nicht zum ersten Mal von schweren Terroranschlägen betroffen. Am 31. März 2010 verübten zwei Selbstmordattentäter einen Doppelterroraranschlag, in deren Folge 12 Menschen ums Leben kamen. Mit dieser Stadt hängt auch eine berüchtigte Episode aus dem ersten tschetschenischen Krieg zusammen: bei einem Angriff mit Geiselnahme durch tschetschenische Separatisten waren im Januar 1996 insgesamt 78 russische Soldaten, Sicherheitsbeamte und Zivilisten getötet worden.

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