Parlament überschreibt das Präsidial-Veto: Verfassungsänderungen können doch stattfinden

Parlament überschreibt das Präsidial-Veto: Verfassungsänderungen können doch stattfinden

Das Parlament Georgiens hob am 13. Oktober mit 117 Stimmen das Präsidial-Veto zum Verfassungsentwurf auf und billigte damit die ursprüngliche Fassung des Dokuments. Der parteilose georgische Präsident Giorgi Margvelashvili hatte vor ein paar Tagen sein Veto gegen zwei Vorschläge der Regierungspartei „Georgischer Traum“ (GT) eingelegt und zusammen mit der Opposition die Einführung des Proportionalwahlsystems ab 2020 gefordert. In den Vorschlägen der Regierungspartei ging es um die Abschaffung des sogenannten „Prämiensystems“, sowie um die Forderung, die Bildung parteiübergreifender Wahlblöcke zuzulassen; das „Prämiensystem“ sieht vor, dass Stimmen von Parteien, die an der Sperrklausel scheitern, der siegreichen Partei zugerechnet werden.

Der Vorsitzende des Parlaments, Irakli Kobakhidze, sagte vor der Parlamentsabstimmung über das Veto des Präsidenten, dass mit dem Verfassungsreformprozess „eine absolut neue Verfassungstradition und Verfassungskultur“ beginnen werde. „Die Bedeutung des Reformprozesses liegt darin, dass die Änderungen nicht die politischen Positionen der Regierungspartei stärken, sondern dass sich mit diesen Änderungen ganz im Gegenteil die Positionen der Regierungspartei verschlechtern würden, was der Stärkung der Demokratie in Georgien zugute käme“, fügte der Vorsitzende in seiner Rede hinzu. Das georgische Parlament hatte den Verfassungsentwurf in einer Sondertagung am 26. September gebilligt. Am 9. Oktober legte Präsident Margvelashvili jedoch ein Veto gegen die Verfassungsänderungen ein und gab den Gesetzentwurf mit seinen Einsprüchen an das Parlament zurück. (13/10/2017, Civil.ge, mehr)

 
2966 Mal angesehen

ARTICLES IN ENGLISH»



MEISTGELESEN



AKTUELLES



OPINION



Call for Contributors: Caucasus Watch is looking for experts, journalists and fact-checking specialists!

“Caucasus Watch” is seeking local specialists from Georgia, Armenia, Azerbaijan and the North Caucasus region, to assist our research endeavours and help enrich our content.

“Caucasus Watch” is an independent platform, which provides coverage of recent developments in various locations of the Caucasus region for the German and overall European stakeholders. We are an international team of Caucasus enthusiasts and are currently looking for local contributors who focus on social, economic, political and security dynamics of the said region.

The platform offers: I) a flexible format of cooperation, as well as competitive remuneration; II) access to English and German speaking readership in the wider European region; III) an opportunity to join the network of regional specialists through the initiatives and events to be organized by the Caucasus Watch and partner institutions.

Interested individuals are asked to provide a CV and a cover letter along with an abstract or a writing sample (in English or German), to the following address: redaktion@caucasuswatch.de.

Additional questions can be directed to Igor Dostalik through: i.dostalik@caucasuswatch.de.