Armenien schließt möglichen Beitritt Aserbaidschans zur Eurasischen Wirtschaftsunion aus

Armenien schließt möglichen Beitritt Aserbaidschans zur Eurasischen Wirtschaftsunion aus

Wie Panarmenian.net berichtet, hat sich Shavarsh Kocharyan zu einer möglichen Mitgliedschaft Aserbaidschans in der Eurasischen Wirtschaftsunion geäußert (die Eurasische Wirtschaftsunion (EAWU) ist ein seit 2015 bestehender Zusammenschluss von fünf ehemaligen Sowjetrepubliken, darunter Armenien, die einen gemeinsamen Binnenmarkt mit Zollunion vorsieht - Anm. d.R.). “Baku hat keinen Antrag auf Beitritt zur Eurasischen Wirtschaftsunion gestellt. Sollte es dies tun, ist Armeniens Position dazu aber klar und unmissverständlich", so Kocharyan hinsichtlich eines möglichen aserbaidschanischen Beitrittsgesuches. Er fügte hinzu, dass die Satzung der EAWU Regelungen vorsähen, dass kein Staat, der zum Schaden eines anderen Mitgliedsstaates oder der Gesamtstruktur der Union handelte, auch nur Beobachterstatus erlangen könne. Eine Blockadehaltung gegenüber einem Mitgliedstaat schade dem betreffenden Land aus ökonomischer Sicht. "Deswegen ist ein Beobachterstatus (für Aserbaidschan, Anm. D. Red.) ausgeschlossen, geschweige denn eine Mitgliedschaft", so Kocharyan.

“Bevor dieses Thema noch nicht einmal ernsthaft diskutiert worden ist, ist es völlig unrealistisch, über eine Mitgliedschaft Aserbaidschans in der Eurasischen Wirtschaftsunion zu sprechen", kommentierte dazu Eduard Sharmazanov, Vizepräsident der Armenischen Nationalversammlung. "In absolut allen Organisationen, in denen Armenien Mitglied ist, nehmen seine eigenen Interessen Priorität ein; ohne konkreten Anlass sprechen wir uns niemals “für” oder “gegen” solche Fragen aus", zitiert ihn Tert.am in einem Interview. "Wo sich unsere Interessen decken, sagen wir ‘Ja’, und wo dies nicht der Fall ist, stimmen wir mit ‘Nein’. In Sotschi wurde gestern nichts konkretes in dieser Hinsicht besprochen. Ich denke nicht, dass es besonders seriös ist, jetzt über etwas zu sprechen, was noch nicht einmal diskutiert worden ist”, so Sharmazanov. Erst, wenn eine solche Diskussion auf dem Tisch sei, werde Armenien alle Standpunkte dazu abwägen.

 

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