Die Spannungen zwischen der armenischen Regierung und der Kirche halten an
Bildquelle: pravlife.org

Die Spannungen zwischen der armenischen Regierung und der Kirche halten an

Am 20. April listete der armenische Premierminister Nikol Paschinjan die Kirche unter den Gruppen auf, von denen er sagte, dass sie verärgert über seine Regierung seien, berichtete der  armenische Dienst von Radio Free Europe. 

Er behauptete, dass die Politik der Regierung „sehr ernsthafte Enttäuschungen“ unter den Geistlichen hervorruft, weil sie einen „Mangel an geistlichem Leben in Armenien“ aufdeckt. Er beschuldigte die Kirche auch, sich häufig in die Politik einzumischen und „politische Intrigen“ auszubrüten, anstatt sich auf „Aktivitäten einzulassen, die sich aus der Bibel und ihrer Ideologie ergeben“. 

Das in Etschmiadsin ansässige Büro von Katholikos Garegin II., antwortete, dass es mit Paschinjans „Bewertungen“ nicht einverstanden sei. Die Kirche werde aber diese Äußerungen nicht weiter kommentieren, da das Land kurz vor dem 105. Jahrestag des Völkermords an den Armeniern im Osmanischen Reich stehe.  

Am 14. April erklärte Garegin II., die zuständigen Behörden des Landes sollten den ehemaligen Präsidenten des Landes, Robert Kotscharjan, entlassen, um „weitere Komplikationen seines Gesundheitszustands“ während der Coronavirus-Pandemie zu vermeiden. Einen Tag später erklärte Paschinjans Sprecher Mane Gevorgjan, dass die Regierung nicht beabsichtige, sich zu den „Hoffnungen und Wünschen“ des Katholikos zu äußern. Der stellvertretende Parlamentssprecher Alen Simonjan beschuldigte den Katholikos, Druck auf armenische Gerichte auszuüben. Er ging noch weiter und sagte, dass Tausende von Bürgern es für notwendig halten, den Katholikos auszutauschen.

Am selben Tag, als die Konfrontation begann, wurde eine Anklage gegen den Vikar der Patriarchalischen Diözese Ararat, Erzbischof Navasard Ktchojan, wegen Geldwäsche aus dem Jahr 2010 erhoben (Caucasus Watch berichtete).

4571 Mal angesehen

ARTICLES IN ENGLISH»



MEISTGELESEN



AKTUELLES



OPINION



Call for Contributors: Caucasus Watch is looking for experts, journalists and fact-checking specialists!

“Caucasus Watch” is seeking local specialists from Georgia, Armenia, Azerbaijan and the North Caucasus region, to assist our research endeavours and help enrich our content.

“Caucasus Watch” is an independent platform, which provides coverage of recent developments in various locations of the Caucasus region for the German and overall European stakeholders. We are an international team of Caucasus enthusiasts and are currently looking for local contributors who focus on social, economic, political and security dynamics of the said region.

The platform offers: I) a flexible format of cooperation, as well as competitive remuneration; II) access to English and German speaking readership in the wider European region; III) an opportunity to join the network of regional specialists through the initiatives and events to be organized by the Caucasus Watch and partner institutions.

Interested individuals are asked to provide a CV and a cover letter along with an abstract or a writing sample (in English or German), to the following address: redaktion@caucasuswatch.de.

Additional questions can be directed to Igor Dostalik through: i.dostalik@caucasuswatch.de.